Papa, warum hat der König den Professor Shadoko in den Gulp geworfen?

Es war einmal in den Sechzigern, als ein paar verstrahlte Franzosen eine sehr abstruse Zeichentrickreihe zusammengestrichelt haben, die von ebenso bösartigen wie dummen außerirdischen Vögeln handelte. Die Vögel hießen Shadoks, bauten Raketen, die nur von oben nach unten fliegen konnten (weil Treibstoff fehlte), und mussten Tag und Nacht gigantische Pumpen bedienen, die nicht funktionierten. Im deutschen Fernsehen liefen sie zunächst im Nachtprogramm, wo sie Ratlosigkeit auslösten. Schließlich tauchten sie im Kinderprogramm auf, verstörten dort nachhaltig die ungewohnte Zielgruppe, und verdrehten auch dem kleinen Simplicio den Kopf: Hier war etwas, das Eltern nicht erklären konnten. Warum? Darf es das geben?


Mittlerweile sind einige aus der Generation der Shadoks-geschädigten Kinder in den Schaltstellen der Macht angelangt, wo sie Entscheidungen treffen, die Eltern nicht erklären können (und auch sonst niemand). Und diejenigen, die nicht soweit gekommen sind, schreiben kryptische Blogs, die auch niemand erklären kann. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich recht gut dabei fühlen. Dieser glückselige Zustand, den niemand erklären kann, wurde bislang nur von einem winzigen Makel getrübt: Wie sollen sie ihren Kindern das Original-Shadoks-Gefühl vermitteln, dieses plötzliche Konfrontiertsein mit ungeheurem kosmischen Blödsinn, diese fast physische Erfahrung, dass es Dinge gibt, die durch Hinterfragen und Erklärungsversuche nur noch unerklärlicher werden.

Wenigstens dieses Problem ist nun gelöst. Letzten Monat ist eine DVD erschienen, die die ersten Shadoks-Folgen wieder zugänglich macht. In tausend Jahren werden ein paar schlaue Archäologen verkünden, dass der Untergang des Abendlandes letzlich auf die schleichende Verbreitung des Shadokismus zurückzuführen ist. Wenn der König sie nicht vorher in den Gulp werfen lässt...

Dream a little dream of cheese

Man sollte meinen, dass die Slogans, die uns die halbstaatliche CMA mit unangenehmer Regelmäßigkeit um die Ohren haut, in ihrer Unerträglichkeit ohne Konkurrenz sind ("Frikadellen sind der Hit - Bist Du unser Brät Pitt?"). Aber auch in anderen Ländern entwickeln die Lebensmittel-Marketer eine ganz beunruhigende Kreativität. In Britannien gibt es nicht nur den Dairy Council, sondern auch das British Cheese Board, und das hat gerade höchst wissenschaftlich den Zusammenhang zwischen dem Genuss englischen Käses und schönen Träumen belegt. Red Leicester lässt uns z.B. nostalgisch von der Schulzeit träumen, Stilton von vegetarischen Krokodilen. Männlichen Versuchspersonen sei in jedem Fall British Brie empfohlen: sehr bizarre Träume sind garantiert, von der volltrunkenen Unterredung mit einem Hund (Hallo, Thomas Pynchon!) bis zum Zusammenstoß mit einem Panzerkreuzer. Vielleicht darf man dann auch davon träumen, dass der Absatzfonds, der mit seinen Zwangsabgaben die CMA finanziert, endlich in der Rumpelkammer des Regulierungsstaats verschwindet. Aber das hieße vermutlich, selbst die zaubrische Wirkung britischen Käses überzustrapazieren...

Von Viertelrücken und Beifallsführerinnen

Jetzt hab ich's mir also doch mal angesehen. American Football in Deutschland. Das wird wohl immer etwas fremdartig bleiben. Aber die Regeln sind einfach: Vor dem Spiel werden etwa hundert Männer in Watte gepackt und vermummt. Das sind die Spieler. Zum Ausgleich werden etwa genausoviel junge Frauen bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Sie heißen Cheerleader und müssen am Spielfeldrand Aerobic machen, damit sie nicht frieren. Die Betrachtung der Cheerleader ist vom Oberring aus allerdings ein eher abstraktes Vergnügen:

Dennoch hat das Spiel eine erotische Komponente. Zu Beginn eines jeden Spielzugs fasst der Quarterback dem Center von hinten zwischen die Beine. Da sind die Fans immer ganz aus dem Häuschen.

Und wenn weder Spiel noch Cheerleader zünden, dann gibt es immer noch die Maskottchen. Hier das von Hamburg, ein Philosoph am Spielfeldrand, dessen unerschütterliche Kraft in tiefer Ruhe wurzelt.

Kein Wunder, dass die Hamburger dann auch verdient gewonnen haben.

Down in Limbo

In zweitausend Jahren Kirchengeschichte sammelt sich allerhand widersprüchliches Material an, das immer schwerer aufrecht zu erhalten ist. Die katholische Lehre von der Vorhölle (Limbus), die die Seelen der unschuldig Ungetauften aufnehmen soll, liegt da ganz vorne. Ein illustrer Kreis muss dort versammelt sein, denn neben sämtlichen ungetauft verstorbenen Kindern müssten z.B. auch Moses, Abraham und David dort herumhängen, allein schon weil sie vor Jesus gelebt haben und sich somit einer Taufe nach katholischem Ritus entzogen haben. Auch wenn sie nichts dafür können. Dass das mit dem universellen Erlösungsversprechen des Evangeliums nicht so richtig vereinbar ist, fällt selbst Heiden spielend auf. Linientreue Theologen mussten sich also immer haarsträubendere Konstruktionen über den Limbus ausdenken, wenn sie das Sakrament der Taufe nicht beschädigen wollten. Eine Zwei- oder Mehrteilung der Vorhölle mit exakt umrissener Aufgabenteilung, ein hypothetischer erlösender Besuch Christi ebendort und sogar die Erfindung der postmortalen Taufe sind nur einige Highlights einer kabolzschlagenden Slapstick-Dogmatik.

In Zukunft werden wir auf solch kreative Innovationen verzichten müssen. Seit Freitag arbeitet der Vatikan offiziell an der Abschaffung der Vorhölle. Schlechter wird die Welt davon sicher nicht.

Cosmogol 999

GA BU ZO MEU

Basteln für Akademiker


Die Idee alleine, sich seinen Kaffee in einer waghalsigen Selbstbau-Apparatur aus Akkuschrauber, Nudelsieb und Campingkocher selber zu rösten, ist vielleicht gar nicht so spektakulär. Dass die Bauanleitung dazu ausgerechnet von der Zeit geliefert wird, verwundert angesichts der Zielgruppe dann doch. Immerhin ist der Gedanke an Herrn und Frau Oberstudienrat, wie sie sich sonntags auf der Eigenheimterrasse knieend über fauchender Flamme ihren Muckefuck flambieren, nicht ohne Reiz.

Gemeinsam häßlich

                                                   

"Warum all die Metamorphosen
sobald es zu betören galt? -
Weil Dich kein Weib je wird liebkosen
in Deiner wirklichen Gestalt!"

(Diana zu Zeus in Jacques Offenbachs Orpheus)


Auch wenn die eigene Physiognomie sehr stark hinter dem allgemeinen Schönheitsideal zurückbleibt, ist das heute kein Grund mehr, zu übernatürlichen Mitteln zu greifen. Dieser Verein spendet Trost und Rat. Jetzt auch auf Deutsch.

Aus der Welt des Zahnsports


Sportzahnmediziner Dr. Horst M. hatte nicht wenig Anteil am Sieg von Florian D. bei den Zahnsportmeisterschaften in Bad Ort. Zwar hatte der Ausnahmeathlet bei seiner Paradedisziplin, dem Tischkantenbeißen, aufgrund einer plötzlichen Kaumuskelverhärtung gepatzt, konnte sich aber dank einer überragenden Leistung beim abschließenden 200m-Zahnfleischgehen souverän den Gesamtsieg sichern.

Schweig' er still, Ritter Winzigweich!

Unter den Computerfreaks sind Gamer eine besondere Gruppe, der man einen leichten Hang zu Pathos und Übertreibung nachsagt. Gut anzukommen scheint dort eine gar erschröckliche Werbekampagne namens "Werkzeuge der Macht" der Rechnerschmiede Wielander, deren schaurig-schöne Produkte Eisenfaust, Walküre und Thorshammer heißen. Wär auch was für so manches Büro.


Eine möglicherweise unfreiwilliges Osterei hat uns der Webmaster gleich mit auf die Seite gestellt: bei der Aneinanderreihung der Herstellerlogos sind diejenigen von be quiet! und Redmond so angeordnet, dass man einfach "Microsoft, halt's Maul!" lesen muss.

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